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Inhaltverzeichnis

 

 

 

 

 

Soll und Haben

Soll und Haben mathematisch gesehen

 

Definition:

Soll heißt Plus (+) und Haben ist Minus (-) aus Sicht des Unternehmens (nicht des Unternehmenseigentümers oder anderer Kapitalgeber!)

 

Wenn Haben Minus ist, warum steht dann auf meinem Bankkontoauszug mein Guthaben im Haben?

Der Denkfehler liegt hier: Ihr Kontoauszug ist nicht "Ihr Kontoauszug", sondern der Kontoauszug des Unternehmens Bank. Im Haben weist Ihre Bank die Schulden, die Sie gegenüber Ihnen als Kapitalgeber hat, aus. Ihr Guthaben wird also auf "Ihrem" Kontoauszug angezeigt als Schulden der Bank Ihnen gegenüber!

 

Auch in Ihrem eigenen Unternehmen sind Sie aus Sicht der Buchhaltung nur Kapitalgeber, der "Fremdkapital" zur Verfügung stellt. Diese Sonderform des "Fremdkapitals" wird Eigenkapital genannt.

Das bedeutet, wenn Sie einen Betrag aus Ihrer Brieftasche in die Kasse des Unternehmens legen, dass die Firmenkasse anwächst (also im Soll steht, weil Plus gebucht wird) und auch die Schulden Ihnen gegenüber anwachsen (Privateinlage also im Haben steht, weil Minus gebucht wird). Bei einem Erlös ist es ebenso. Nur das stattdessen im Haben ein Erlöskonto (ein Unterkonto des Eigenkapitals) steht.

Bei einer Ausgabe ist es umgekehrt. Hier nimmt das Betriebsvermögen ab (die Kasse würde hier im Haben stehen) und das Ausgabenkonto nimmt zu, dass heißt die Schulden den Kapitalgebern gegenüber nehmen ab. Das Ausgabenkonto steht also im Soll.

 

Wenn Sie  eine Umbuchung vornehmen (zum Beispiel von der Kasse zur Bank). Steht das Konto das zunimmt im Soll (weil Plus) und das Konto das abnimmt im Haben (weil Minus).

 

Es gibt noch einen einzigen anderen Fall (mehr Buchungsarten gibt es nicht). Wenn Sie zum Beispiel aus Ihrer Brieftasche (Privateinlage) die Tankrechnung Ihres Firmenwagen (Kfz-Kosten) zahlen.

Auch hier können Sie fragen, was nimmt zu? Die Schulden des Betriebs durch die Privateinlage nehmen theoretisch zu. Eine Schuldenzunahme ist Minus. Die Privateinlage steht also im Haben und die Ausgaben (Kfz-Kosten) nehmen zu (das heißt die Schulden nehmen auch gleichzeitig ab). Das Konto Kfz-Kosten steht also im Soll.

 

Eine Ausnahme gibt es noch. In den meisten Buchhaltungsprogrammen werden die Vorzeichen der Erlöskonten umgedreht. Also Ausgaben werden in den Auswertungen als Minus und Erlöse als Plus dargestellt, obwohl es mathematisch korrekt wäre dies genau anders herum zu machen. Ein Gewinn hätte dann jedoch ein negatives Vorzeichen, was zwar korrekt, aber Verwirrung stiften könnte und außerdem unschön aussieht.